Bava Kamma 123

Kapitel 123

א במה דברים אמורים במדליק בתוך שלו והלכה ודלקה בתוך של חבירו אבל מדליק בתוך של חבירו (דברי הכל) משלם כל מה שהיה בתוכו
1 Dies gilt nur von dem Falle, wenn er das Feuer auf eigenem Gebiete anlegt und es fortschreitet und etwas auf fremdem Gebiete verbrennt, wenn er es aber auf fremdem Gebiete anlegt, so ist, wie alle übereinstimmen, alles zu bezahlen, was darin war.
ב ומודה ר' יהודה לחכמים במשאיל מקום לחבירו להגדיש גדיש והגדיש והטמין שאין משלם אלא דמי גדיש בלבד להגדיש חטין והגדיש שעורין שעורין והגדיש חטין חטין וחיפן בשעורין שעורין וחיפן בחטים שאינו משלם אלא דמי שעורין בלבד
2 Auch pflichtet R. Jehuda den Weisen bei, daß, wenn jemand seinem Nächsten einen Platz zur Errichtung einer Tenne geborgt, und dieser da eine Tenne errichtet und darin [Wertgegenstände] aufbewahrt hat, er nur den Wert einer Tenne zu bezahlen habe, und wenn um eine Weizentenne zu errichten, und dieser da eine Gerstentenne errichtet hat, oder um eine Gerstentenne zu errichten, und dieser da eine Weizentenne errichtet hat, oder eine Weizentenne und sie mit Gerste überdeckt hat, oder eine Gerstentenne und sie mit Weizen überdeckt hat, er nur den Wert von Gerste zu bezahlen habe.
ג אמר רבא הנותן דינר זהב לאשה ואמר לה הזהרי בו של כסף הוא הזיקתו משלמת דינר זהב משום דאמר לה מאי הוה ליך גביה דאזקתיה פשעה בו משלמת של כסף דאמרה ליה נטירותא דכספא קבילי עלי נטירותא דדהבא לא קבילי עלי
3 Rabba sagte: Wenn jemand einer Frau einen Golddenar gibt und zu ihr spricht: Sei damit behutsam, er ist aus Silber, so hat sie, wenn sie ihn beschädigt, einen Golddenar zu ersetzen, weil er zu ihr sagen kann: wie kommst du dazu, ihn zu beschädigen; wenn sie aber daran eine Fahrlässigkeit begangen hat, so hat sie nur einen Silberdenar zu ersetzen, weil sie sagen kann, sie habe nur die Bewachung von Silber übernommen, nicht aber die Bewachung von Gold.
ד א"ל רב מרדכי לרב אשי אתון בדרבא מתניתו לה אנן ממתניתא פשיטא לן חטין וחיפן בשעורין שעורין וחיפן בחטין אינו משלם אלא דמי שעורין בלבד אלמא אמר ליה נטירותא דשערי קבילי עלי הכא נמי אמרה ליה נטירותא דדהבא לא קבילי עלי
4 R. Mordekhaj sprach zu R. Aši: Ihr lehrt dies im Namen Rabas, wir entnehmen es aus folgender Lehre: oder eine Weizentenne und sie mit Gerste überdeckt hat, oder eine Gerstentenne und sie mit Weizen überdeckt hat, so hat er nur den Wert von Gerste zu bezahlen. Hieraus also, daß er zu ihm sagen könne, er habe nur die Bewachung von Gerste übernommen, ebenso kann auch sie zu ihm sagen, sie habe nicht die Bewachung von Gold übernommen.
ה אמר רב שמעית מילתא לר' יהודה ולא ידענא מאי היא אמר שמואל ולא ידע אבא מאי שמיע ליה לר' יהודה דמחייב על נזקי טמון באש עשו תקנת נגזל באשו
5 Rabh sagte: Ich hörte etwas inbetreff der Lehre R. Jehudas, weiß aber nicht, was es ist. Šemuél sprach zu ihm: Wieso weiß Abba nicht, was er diesbezüglich gehört hat? Daß man nach R. Jehuda bei der Feuerschädigung für das Verborgene ersatzpflichtig ist, ist eine Bestimmung, die sie hierbei getroffen haben, wie beim Beraubten.
ו בעי אמימר עשו תקנת נגזל במסור או לא אליבא דמ"ד לא דיינינן דינא דגרמי לא תבעי לך דמסירות נמי לא דיינינן
6 Amemar fragte: Haben sie auch beim Angeber eine ebensolche Bestimmung getroffen wie beim Beraubten oder nicht? Nach demjenigen, welcher sagt, die Verursachung gelte nicht als wirkliche Schädigung, ist dies überhaupt nicht fraglich, denn das Angeben gilt ebenfalls nicht als solche,
ז אלא כי תבעי לך אליבא דמ"ד דיינינן דינא דגרמי עשו תקנת נגזל במסור דמשתבע ושקיל או לא תיקו
7 fraglich ist es nur nach demjenigen, welcher sagt, die Verursachung gelte als wirkliche Schädigung; haben sie beim Angeber dieselbe Bestimmung getroffen wie beim Beraubten, daß er nämlich schwöre und [Ersatz] erhalte, oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.
ח ההוא גברא דבטש בכספתא דחבריה שדייה בנהרא אתא מריה ואמר הכי והכי הוה לי בגוה יתיב רב אשי וקא מעיין ביה כי האי גוונא מאי
8 Einst stieß jemand einen Geldkasten seines Nächsten mit dem Fuße und warf ihn ins Meer; darauf kam der Eigentümer und sagte: so und so viel hatte ich darin. R. Aši saß und dachte darüber nach, wie in einem solchen Falle zu entscheiden sei.
ט א"ל רבינא לרב אחא בריה דרבא ואמרי לה רב אחא בריה דרבא לרב אשי לאו היינו מתניתין דתנן ומודים חכמים לר' יהודה במדליק את הבירה שמשלם כל מה שבתוכו שכן דרך בני אדם להניח בבתים
9 Da sprach Rabina zu R. Aḥa, dem Sohne Rabas, wie manche sagen, R. Aḥa, der Sohn Rabas, zu R. Aši: Dies ist ja aus unserer Mišna zu entnehmen, denn wir haben gelernt: Die Weisen pflichten R. Jehuda bei, daß, wenn jemand ein Wohnhaus in Brand steckt, er alles, was darin war, bezahlen müsse, denn es ist die Gepflogenheit der Leute, solches in den Häusern niederzulegen.
י אמר ליה אי דקא טעין זוזי הכא נמי הכא (במאי עסקינן) דקא טעין מרגניתא מאי מי מנחי אינשי מרגניתא בכספתא או לא תיקו
10 Dieser erwiderte ihm: Wenn er Geld verlangt hätte, wäre dem auch so, wie ist es aber in dem Falle, wenn er Perlen verlangt; pflegt man Perlen in einem Geldkasten aufzubewahren oder nicht? – Dies bleibt unentschieden.
יא א"ל רב יימר לרב אשי טעין כסא דכספא בבירה מאי אמר ליה חזינא אי איניש אמיד הוא דאית ליה כסא דכספא אי נמי איניש מהימנא הוא דמפקדי אינשי גביה משתבע ושקיל ואי לא לאו כל כמיניה
11 R. Jemar fragte R. Aši: Wie ist es, wenn er behauptet, er habe einen silbernen Becher in seiner Wohnung gehabt? Dieser erwiderte: Wir sehen dann, ist es ein reicher Mann, der einen silbernen Becher besitzen kann, oder ein glaubwürdiger Mann, dem andere einen solchen in Verwahrung gegeben haben können, so schwöre er und erhalte [Ersatz], wenn aber nicht, so ist er nicht glaubhaft.
יב א"ל רב אדא בריה דרב אויא לרב אשי מה בין גזלן לחמסן א"ל חמסן יהיב דמי גזלן לא יהיב דמי
12 R. Ada, Sohn des R. Ivja, fragte R. Aši: Was ist der Unterschied zwischen einem Räuber und einem Gewalttäter? Dieser erwiderte: Ein Gewalttäter bezahlt den Ersatz, ein Räuber bezahlt den Ersatz nicht.
יג א"ל אי יהיב דמי חמסן קרית ליה והאמר רב הונא תלוה וזבין זביניה זביני לא קשיא הא דאמר רוצה אני הא דלא אמר רוצה אני
13 Jener entgegnete: Wieso nennst du ihn, wenn er den Ersatz bezahlt, einen Gewalttäter, R. Hona sagte ja: wenn man ihn hängt und er verkauft, sei der Verkauf gültig!? – Das ist kein Widerspruch; das eine, wenn er sagt, er sei einverstanden, das andere, wenn er nicht sagt, er sei einverstanden.